Liberale Christen

Sind Christen heutzutage toleranter?

Insbesondere jüngere Christen werfen den älteren vor, sie seien zu gesetzlich und zu intolerant. Die Theologie scheint liberaler zu werden. In den Landeskirchen werden Homosexuelle getraut und in diversen Freikirchen sind „offene“ Ehen normal.

Liberale ChristenSchon seit meiner neuen Geburt hörte ich immer wieder den Unterschied zwischen Gnade und Gesetzlichkeit. Für gesetzlich wurden zum Beispiel die Christen angesehen, deren Frauen sich beim Gebet den Kopf bedeckten. Wer den Sabbat hielt, wurde in der Regel schon für aus der Gnade gefallen betrachtet.

Mittlerweile habe ich in christlichen Gruppen erlebt, dass Christen, die Homosexualität als Sünde bezeichnen, lieblos, gesetzlich und intolerant genannt werden. Kann es sein, dass die jungen Christen liberaler und wir alten Christen nur verknöchert und unflexibel geworden sind oder ist hier bereits der große Abfall in Gange, wie manche derer befürchten, die die jetzige Zeit für die Endzeit halten?

Besonders in extrem-charismatischen Kreisen werden dem Sohn Gottes gehorsame Christen als bedauernswerte Geschwister und unfrei im Geist gehalten. Je genauer jemand Gottes Wort beachtet, desto gesetzlicher wird er genannt. Es zählen nur Freiheit, Wohlstand und Gesundheit.

Liberale Christen

Wenn man die Diskussionen genau verfolgt, offenbaren sich diese neuzeitlich liberalen Christen als freiheitsliebend. Auf den ersten Blick könnte man meinen, das ist ja super. Die wollen nur im Geist wandelnd Jesus nachfolgen, folglich ist wahrscheinlich die Liebe  untereinander deutlich spürbarer als bei den „Gesetzlichen“.

Pfeifendeckel. Gemeint ist hier nicht Freiheit von der Sünde, sondern Freiheit von Vorschriften aller Art, inklusive Wort Gottes. Wer sich tiefer ins Wort Gottes gräbt und evtl. noch alte Theologien in Frage stellt, wird mindestens als gesetzlich, möglicherweise sogar als Irrlehrer eingestuft. Die Bibel ohne Interpretation einfach so stehen zu lassen geht ja gleich gar nicht.

Freiheit im Geiste wird bei den liberalen Christen gedeutet als: tue was dir gefällt. Es wird mit frommen Sprüchen nachgeholfen: in Christus bin ich …, ich bin in Christus …, ICH BIN …, ja, man macht sich selbst zu Gott, keineswegs nur bei Wort und Geist.

Natürlich sind die Folgen dieser Ausrichtung deutlich zu beobachten und wie im Wort Gottes vorhergesagt. Aufgrund ihrer Gesetzlosigkeit ist die Liebe in ihnen zum großen Teil erkaltet. Aber wie gesagt, es geht hier nicht um Freiheit von und zur Sünde, sondern um Liberalität zum Wort Gottes. Es gibt kein Gesetz, es gibt keine Gebote und keine Vorschriften. Wer das Neue Testament als genaue Weisung nimmt, muß nach Meinung dieser „geistlichen“ Geschwister befürchten, aus der Gnade gefallen zu sein.*

Tolerante Christen

In eben diesen christlichen Gruppen gibt es dann noch die toleranten Christen, die nicht unbedingt mit den liberalen Christen identisch sind, obwohl sich die Denkmuster ähneln.

Liberale ChristenFür mich wären zum Beispiel tolerante Christen solche, die aufgrund der von Gott gegebenen Erkenntnis Geschwister mit anderer Erkenntnis nicht als Irrlehrer bekämpften, sondern ihre, wenn auch irrtümliche, Meinung einfach stehen ließen. Denn wenn Gott ihnen noch nicht die richtige Erkenntnis gegeben hat oder geben konnte, wie kann ich mir einbilden, dass ich dazu in der Lage wäre?

Nein, diese Art der Toleranz ist eine andere. Es wird eine Toleranz gegenüber der Sünde gefordert. Diese toleranten Christen, ob sie von Neuem geboren sind, weiß nur Gott, sind gegenüber der Sünde tolerant und bekämpfen die, ihrer Ansicht nach intoleranten Christen.

Auch hier, wie sollte es anders sein, wird mit frommen Worten gekämpft. Das Totschlagargument  „Lieblosigkeit“ wird ausgegraben und dem intoleranten Christen mit voller Wucht an den Kopf geschleudert. Anfangs hat mich ein solch kraftvolles Wort auch beinahe verunsichert, man will ja als ernster Christ auf keinen Fall lieblos daher kommen. Aber bei genauerer Untersuchung habe ich festgestellt, dass das nur ein ganz schön schlauer und mieser Trick des Widersachers sein kann. Denn was ist denn daran bitte Liebe, wenn ich jemanden sehe, der in einer Sünde lebt, die zum ewigen Tod führt und ich bin nicht bereit, ihn darauf aufmerksam zu machen?

Nein, das ist nicht die Liebe, die Gott meint, sondern Gleichgültigkeit gegenüber meinem Nächsten! Gott möchte, dass Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und sich retten lassen. (1. Tim 2,4)

Was sagt Gott zur Freiheit?

Meine Erfahrung ist, dass verlorene Menschen, die durch den heiligen Geist zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, Gottes Wort aufsaugen wie ein trockener Schwamm das Wasser. Dort lernen wir, dass wahre Freiheit in der Nachfolge und im Gehorsam Jeschuas zu finden ist. Gottes Sohn sagt (Joh 10,27):

  Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;

Folgen bedeutet, vermutlich nicht nur im schwäbischen, gehorchen. Was wiederum durch Gottes Wort bestätigt wird (Joh 3,36):

 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Wie in einer mathematischen Gleichung setzt Gott hier auf die linke Seite Glauben und auf die rechte Gehorsam. Wer sich nicht selbst belügt, wird zugeben müssen, dass ER damit Glaube und Gehorsam als identisch betrachtet. Wer IHM nicht glaubt, ist ungehorsam, auch wenn er „die Gebote“ hält und wer behauptet, er glaube IHM, ist aber nicht bereit, IHM gehorsam zu sein, ist schlichtweg ein Lügner.

Aber Vorsicht, es geht nicht darum, den Geboten gut meinender Geschwister gehorsam zu sein, sondern dem Sohn Gottes. Biblische Nachfolge und Gehorsam ist eine Sache zwischen mir und Gott, nicht zwischen mir und anderen Gläubigen. Letztere sollen selbst zusehen, dass sie IHM nachfolgen und nicht fallen, denn jeder ist für sich selbst vor Gott verantwortlich.

Dieser Gehorsam ist die wahre Freiheit in Christus und wird nach außen durch Früchte sichtbar (Gal 5,22):

 Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue,

Und es stimmt, für solche ist das Gesetz nicht. Das trifft aber am wenigsten auf diejenigen zu, die immer wieder behaupten, das Gesetz sei abgeschafft. Durch unflätiges Auftreten, Streitereien und egozentrisches Gehabe bestätigen diese ihre Unfreiheit und Fleischlichkeit in der Öffentlichkeit meistens selbst.

* nach Hebr 8,6 wurde das Neue Testament gesetzlich eingerichtet.


Tolerante und liberale Christen

2 Gedanken zu „Liberale Christen

  1. ich habe einen Text geschrieben zu diesem Thema, hier die letzte Fassung siehe unten, ich habe den link noch mal ein klein bißchen verändert am 24. 01. 2017
    , nachdem ich es vorher erstmals verkürzt habe und ein Inhaltsverzeichnis gemacht habe ich habe auch JESUS versprochen den link so zulassen, denn ich weiß ich habe mein bestes gegeben,hier der link http://workupload.com/file/wera3Yv ich wollte alle Liebe hineinstecken, alles geben, wirklich alles, es geht darum, dass Gottes 10 Gebote gültig sind und dIE Bergpredigt damit auch gültig ist

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.