streamlife

streamlife – der Reinfall des Jahrzehnts

Ende des Jahres 2012 hatte streamlife einen hervorragenden Start und begeisterte sehr viele Networker. Ob heute, zwei Jahre später noch viel davon übrig geblieben ist? Meine Begeisterung hat sich zum Beispiel komplett in Luft aufgelöst

streamlife – Networking

Vor gut zwei Jahren wurde ich von einem Internetmarketer zu streamlife eingeladen. Das sei ein super Konzept und kaum ein Risiko dabei. In der Tat, die vorgestellte Software mit ihrer einfachen Bedienung hat es mir schnell angetan.

streamlife 1.1

Das streamlife Cockpit

Anfangs waren es sechs Module, die angepriesen wurden:

  • die Weltneuheit humanpage
  • die Videoaufzeichnung screengo
  • conference für Videokonferenzen
  • ein Messenger
  • camcorder für Videomails
  • ein Aquisetool namens convigoo

Die einfache Bedienung war wirklich gigantisch und screengo wurde für mich ein regelmäßiges Tool.

Versprechungen von streamlife

Allerdings kamen schon wenige Monate nach dem Start die ersten Enttäuschungen. Bei conference wurden wesentlich weniger Teilnehmer zugelassen als anfangs versprochen. Einige Zeit später wurde die Entwicklung gar komplett eingestellt.

Der camcorder für Videomails sollte ursprünglich kostenlos angeboten werden, er wurde irgendwann einfach entfernt. Das für das späte Frühjahr 2013 angekündigte convigoo stand auch nur auf dem Konzept und wurde nie gebaut. Dieses Tool hätte DAS Werkzeug für den Vertriebler werden können, inkl. Wiedervorlage, Versendung von Videomails, usw.

Anstatt dieser versprochenen, wirklich genialen Software-Module kam plötzlich die Meldung zu „Trendshop“. Dazu gab es wieder einen geilen „Karriereplan“ – es wurde geworben, dass man ab einem bestimmten Level sogar dann verdient, wenn ein Bauer in Japan ein Produkt von streamlife erwirbt.

Ständig wurde versucht, mich aus dem Junior-Status für 19,90 Euro im Monat auf den Premium für 49,90 zu hieven. Erfolglos, denn ich hatte mich nicht wegen Networking verpflichtet, sondern weil mich die Video-Software begeistert hatte. Und heute ärgert mich nicht etwa, dass ich bei streamlife eingestiegen bin, sondern dass die verantwortlichen Schlafmützen nichts aus diesem wirklich genialen Software-Konzept gemacht haben.
streamlife - Networking

Gier frisst Hirn

Schon beim Start wurde ein wahnsinns Karriereplan aufgestellt und bei jedem Vertrauensbruch (ja, dieser Meinung bin ich!) gab es weitere Verdienst-Versprechungen. Aber wie so oft beim Networking beißen die letzten eben die Hunde.

Soweit ich es beurteilen kann, traten die Vertriebspartner kaum an potentielle Kunden heran, sondern suchten weitere Vertriebler, um ihr Team auszubauen. Man verdient ja an der Struktur. Nur, ein System, das sich praktisch nur aus Mitglieder-Beiträgen finanziert, wird irgendwann nicht mehr funktionieren. Zuerst bricht die letzte Ebene weg, dann die vorletzte, usw.

Das Ende naht

Wie es dieser Firma heute geht, weiß ich nicht. Doch eins weiß ich, sollte streamlife in naher Zukunft die Segel streichen, dann wurde dieses Versagen durch die oberste Riege an den Haaren herbei gezerrt.

Wie gesagt, es war ein super Start und die zu entwickelnde Software war mehr als nur gut.

Der zweite Schritt, fast alle Kraft von der Softwareentwicklung abzuziehen, um Trendshop an den Markt zu bringen, war IMO der erste gravierende Fehler.

Und seit Oktober 2014 gibt es plötzlich auch keinen Trendshop mehr, sondern es werden Landingpages angeboten.

Du liebe Zeit, für Landingpages brauche ich euch wirklich nicht, liebe streamlife. Und zudem, was werdet ihr in ein paar Monaten für Flausen im Kopf haben? Ihr habt eure Daseins-Berechtigung selbst verwirkt.


streamlife – Networking

3 Kommentare

  1. Kurz zu meiner Person:
    Fachinformatiker und B. Eng. (audiovisuelle Medien), selbstständig mit einem Medien / IT Service.

    Nun zu meinen Streamlife-Erfahrungen:

    Mein Vater (normaler Nutzer) hat vor zwei Jahren von Streamlife erfahren und war sofort begeistert. Er zeigte mir das Produkt und wollte, dass ich mit einsteige. Ich habe also zwei dieser „Trainings“ von Roman Leithäuser angeschaut und mir war schnell klar, dass es sich dabei um ein typisches Schneeballsystem handelt, allerdings für den normalen Anwender sehr gut getarnt.
    Allein die Recherche zu Herrn Leithäuser zeigte schnell, dass dieser Mensch regelmäßig neue Firmen mit „genialen Geschäftsideen“ aufbaut, welche quasi allesamt nach kurzer Zeit wieder insolvent sind. Er verdient dabei aber gut.

    Trotz meiner vielfachen Warnungen stieg mein Vater als Junior-Partner ein und warb genau einen weiteren Vertriebler. Wenige Monate später kündigte mein Vater wieder, worüber er nun wahrscheinlich recht froh ist.

    Warum Streamlife nicht funktionieren konnte:

    Die Software an und für sich war gut und einfach zu bedienen. Die versprochenen zukünftigen Features klangen auch gut. Meine Erfahrung in der IT-Branche sagten mir aber, dass für die einzelnen Produkte aber kein Markt existiert oder teilweise die Konkurrenz zu groß ist.

    Beispiele:

    Der Messenger z.B. ist so ein Produkt, das einfach nicht mehr „in“ ist. Die Zeiten von ICQ, Windows Messenger & co waren schon zum Start von Streamlife vorbei. Ergo ein Produkt für die Mülltonne.

    Die Screencapture-Software war zwar gut gemacht, hatte aber nur eine kleine Zielgruppe und zudem starke Konkurrenz z.B. durch Camtasia.

    Und das Wundertool „human page“ war von vorne herein eine absolute Fehleinschätzung der Kundenwünsche.
    Es hört sich zunächst toll an, dass man direkt auf der Webseite per Live-Video den Kunden ansprechen kann, aber (und das scheinen die meisten nicht verstanden zu haben) NUR AUS DER SICHT DES VERTRIEBLERS!
    Und wie eigentlich jeder gute Geschäftsmann wissen sollte ist alles was zählt die Sicht des Kunden. Man muss sich also fragen ob der Kunde überhaupt angesprochen werden will. Und hier lautet die Antwort ganz klar NEIN! Einer der Hauptvorteile des Internets ist die Anonymität. So kann man z. B. auch ganz bequem Seiten zu Themen besuchen, die man als reales Ladengeschäft nie betreten würde.
    Der Kunde möchte Informationen sammeln und dann selbst entscheiden, ob er den direkten Kontakt sucht. Niemand möchte nach einem langen Arbeitstag in Jogginghose vorm PC sitzen und plötzlich per Webcam mit einer fremden Person sprechen. Der erste Gedanke dabei ist eher „Oh mein Gott, sieht der mich jetzt etwa auch?!“ statt „Cool, das ist ja der Verkäufer/Berater!“. Schon die immer häufiger anzutreffenden „Live-Chat-Beratungs-PopUps“ verschrecken viele Kunden und wirken sich oftmals eher negativ auf die Webseite aus als dass sie helfen. Ganz im Gegensatz zu der angebotenen Möglichkeit per Live-Chat Hilfe zu erhalten.
    Aber sehen Sie den Unterschied? Bei letzterem entscheidet der Kunde, dass er dieses Angebot jetzt nutzen möchte und es drängt sich nicht der Mitarbeiter des Unternehmens dem Kunden auf.

    Von dem späteren unsäglichen „Live-Shopping-Angebot“ mit seinen abstrusen Versprechen möchte ich gar nicht erst anfangen. Nur soviel: Meinen Sie wirklich, dass man Produkte erfolgreich und GEWINNBRINGEND verkaufen kann, wenn von der geringen Gewinnmarge auch noch irgendwelche MLM-Typen bezahlt werden müssen? Und zudem jeder schnelle Preisvergleich im Internet einem zeigt, dass Streamlife die Produkte für 50-100% Aufpreis verkauft? Nunja…

    Fazit:

    Mal von den völlig übertriebenen, vollmundigen Versprechungen (Anteil am weltweiten Umsatz, blablabla) abgesehen, die eigentlich bei jedem Menschen sofort die Alarmglocken schrillen lassen müssten, war ein weiteres eindeutiges Zeichen für mich, dass auf allen hierzulande wichtigen Seiten die sich mit Softwarelösungen beschäftigen (heise, chip, pcwelt, computerbild, usw. usf.) nicht ein einziger Artikel oder auch nur eine einzige Newsmeldung zu Streamlife erschien. Wie möchte man denn die Welt im Sturm erobern, wenn alle Online-Plattformen mit Millionenreichweiten nicht ins Marketing einbezogen werden?^^

    Ich könnte noch viele weitere Aspekte aufzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Ich bin froh, dass ich mich auf mein Fachwissen und mein Bauchgefühl verlassen habe und meinen Vater wenigstens nach kurzer Zeit aus diesem typischen MLM-Produkt rausholen konnte. Den Versuch konnte ich ihm leider nicht ausreden, aber dafür hat er nun ja auch Lehrgeld bezahlt und vertraut nun umso mehr auf meine Einschätzung, was irgendwelche IT oder Medien-bezogene Produkte angeht. 🙂

    Just my 2 cents…

    Grüße

    Jörg

    • Brigitte Schumacher on 2. April 2015 at 1:08
    • Antworten

    Gut, daß ich diesen Blog hier gefunden habe (Dank des Desasters von OneBiz). Ich war von Anfang an bei Streamlife dabei und war absolut begeistert von dem Produkt, da ich im Rahmen meiner Psychotherapie-Praxis Online-Beratung anbieten wollte und dafür war die Humanpage genau das Tool, das ich suchte. Talk Fusion war mir einfach zu MLM-lastig.
    Bei dieser ersten Life-Präsentation von Streamlife erklärte der Geschäftsführer im vollen Brustton der Überzeugung, daß der Schwerpunkt der Vermarktung auf dem Produkt liegen soll und man alles tun wird, um den üblichen Netzhype zu vermeiden. Lange Rede — gar kein Sinn, was passierte ? Den beiden Vertrieblern, die dann die Webinare >gestalteten>Gier frißt Hirn<<, sofern Hirn überhaupt vorhanden war. ( surf1biz . com/onebiz-ins-visier-genommen / surf1biz . com/updates-onebiz-ins-visier-genommen/ / www . marketing-support.biz )
    Es wäre noch sehr viel zu sagen zu generellen Strategien vieler Marketer, denn das Verhalten ruiniert ein eigentlich gutes Geschäftskonzept wie Networkmarketing, etc……
    Beste Grüße
    Brigitte Schumacher

  2. Hallo Herr Best,
    der Artikel über streamlife hat mich angestoßen, da ich auch seit Anfang dabei bin. Auch mich hat diese sltsame Värnderung teilweise verunsichert. Doch ich bin immer noch dabei, auf unterstem Level. Auch mich hat das Konzept begeistert und ich bin noch dabei, weil ich das Tool creengoo interessiert. Diese Veränderungen habe ich nicht so richtige nachvollziehen können, weil ich technisch nicht so versiert bin. Jetzt dieser Schwerpunkt auf die Vermarktung von Allerlei stört mich auch gewaltig.
    Auch die viel zu vielen Trainings mit immer dem gleichen Inhalt habe ich nur kurze Zeit mit gemacht.
    Jetzt werden zwar Seminare noch angeboten, doch so ein Basic ist wohl nicht so interessant, denn die Termine kommen nicht mehr . Ob streamlife pleite geht? ich weiß es nicht, denn ab und zu kommen doch mal wieder Innovationen, wie z.B. jetzt diese internationale automatische Übersetzung. Nunja, sehen wir mal, wie es weiter geht.
    Freundliche Grüße Brigitte Rathe

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